Englisch / Französisch

Warum Fremdsprachen für Kinder im Kindergarten?

Untersuchungsergebnisse über Fremdsprachenlernen besagen seit vielen Jahren, dass grundsätzlich die Tatsache gilt: Je jünger das Kind ist, desto leichter kann es eine Fremdsprache erlernen. Die Kinder sind in der Lage, fremde Laute mühelos zu imitieren und lautgetreu wiederzugeben. Durch ihre Ungehemmtheit sind sie fähig, alle Sinne auf den Lern­prozess zu richten, so dass das Erlernte tief in ihr Wissen eindringt. Durch die Beschäftigung mit einer Fremd­sprache verlieren sie die Angst vor Fremdem. Englisch im Kindergarten soll kein vorgezogenes Schul- oder Leistungsfach sein und den Kindern Aufschluss über Erfolg und Misserfolg geben. Alle Kinder sollen Spaß am Englischlernen, alle Kinder sollen Erfolgserlebnisse haben, die ihnen Mut machen, in und mit dieser Sprache umzugehen. Englisch / Französisch orientiert sich ausschließlich am Kind, am Leben und Lernen mit allen Sinnen. Dennoch geht es bei den Sprachen auch um bestimmte Fähigkeiten und Einsichten:
– das Lernen einer Fremdsprache verlangt Geduld und Beharrlichkeit,
– Fremdes kann immer auch Staunen, Verwirrung und Unsicherheit auslösen.
Das Kind soll sich selbst besser kennenlernen, damit es seine ganze Persönlichkeit entwickeln kann und die Fertigkeiten, die diesem Entwicklungsstadium angemessen sind, beherrschen lernt.



Wie lernen die Kinder im Kindergarten eine Fremdsprache?

Die Kinder lernen durch Spiel. Im Spiel erleben und erfahren sie die Welt. Eine Handpuppe verpackt alles, was sie sich merken sollen, in Spiele. Dabei nehmen Hören und Sprechen den Großteil des „Unterrichts“ ein, vor dem Ausschneiden und Ausmalen, das das Gelernte noch untermauert. Die Kinder sollen auch erkennen, dass sie z. B. englische und amerikanische Märchen, Lieder und Reime verstehen und dies dann auf ihre Weise im Spiel übernehmen (gestalten, singen, vortragen). Mit allen Materialien sollen die Sinne der Kinder möglichst differenziert und vielseitig angesprochen werden. Dieses Lernen mit allen Sinnen findet sich in fast jeder „Sitzung“ wieder. Es beginnt beim Erfassen von Farben, Düften, Tönen, aber auch bei Formen, Bewegungen und Oberflächen. Alle Sinneseindrücke sollen auf Ohr, Auge, Mund, Herz, Hand und Fuß einwirken und an das Gehirn übermittelt werden, das daraus Strukturen bildet. Die ständig steigenden Wahrnehmungsstörungen, motorischen Defizite sowie Konzentrationsmängel bei Kindern verlangen ein Lernen mit dem ganzen Körper! Obwohl Hören und Sprechen im Vordergrund stehen, hat besonders das körperliche Lernen, das Lernen mit Bewegung große Bedeutung. Wichtig ist vor allem die Rhythmisierung des „Unterrichts“ und die gleichzeitige Schaffung von Bewegungsangeboten und Bewegungsmöglichkeiten. Die Kinder lernen Englisch und das soll ein Erlebnis sein, das Freude, Erfolgsgefühl und Selbstbewusstsein vermittelt. Das Lernen einer Fremdsprache soll eine Entdeckungsreise werden und eine Bereicherung für jedes Kind.

 

 

 



Wie sich die Intelligenz des Kindes entwickelt

Warum Fremdsprachen im Kindergarten? Intelligenz

umfasst heute nicht mehr nur abstraktes Denken und Denkvermögen, sondern auch alltägliche Fähigkeiten wie souveräne Bewegungen, Einfühlungsvermögen in andere Menschen und einsichtige Selbstkritik. Jahrzehntelang haben sich Forscher darum gestritten, was prägender ist, die „Erbmasse“ oder die Umwelt. In Zeiten der Reaktion und Rezession schlug das Pendel eher in Richtung „Erbmasse“ aus, im Sinne von: vererbt ist vererbt.

In den Zeiten großer Euphorie (wie in den 68ern) schlug das Pendel in die andere Richtung: Umwelt ist alles. Heute weiß man: ein bisschen was dran ist an jeder der beiden Theorien. Hirnforscher können jetzt modellhaft erklären, wie Lernprozesse mit der Funktion der Gene in den Zellkernen zusammenhängen.

Nach der Lehre des Bostoner Kognitionsforschers Howard Gardner kombiniert der Begriff „Intelligenz“ sieben verschiedene Elemente: Sprache, Bewegung, Mathematik, Musik, Raum, Empathie und Emotion.

„Begabte“ Menschen sind keine „Intelligenzbestien“ sondern Menschen, bei denen das Zentralnervensystem mit den einzelnen Nervenzellen so gut vernetzt ist, daß ohne Zeit- und Steuerverluste Impulse weitergeleitet werden.

So entsteht das sogenannte „vernetzte“ Denken, das verschiedene Themen- und Erfahrungsbereiche miteinander kombiniert. Warum Eltern von Anfang an ruhig annehmen sollten, in ihrem Kind schlummere z. B. ein Leonardo da Vinci, erklärt Howard Gardner so: „Die jedem Kind angeborene Neugier, die Lust am Lernen, braucht ein entsprechendes Umfeld, um zu produktiven Ergebnissen zu kommen. Von Beginn an entscheiden soziale Kontakte und das Ausmaß an Kommunikation über das Ausmaß der Vernetzungen im Gehirn und die Entfaltung geistiger Fähigkeiten. Ohne eine stimulierende Atmosphäre aus Motivation und der Möglichkeit zur Konzentration wird selbst ein hochbegabter Mensch nicht lernen können wie komplexe Aufgaben zu bewältigen sind.

„Hochbegabte wie durchschnittlich Talentierte“, so Gardner, „benötigen die Chance, sich die Welt so zu erschließen, wie es ihren individuellen Fähigkeiten entspricht: Durch Kommunikation, Malen, Musizieren, Schreiben, Lesen, Bewegung oder einer Kombination daraus.“

Fazit: Die Basis für das Sprachverständnis ist von Geburt an vorhanden; Worte, Begriffe und Sätze werden im Normalfall wie von alleine gelernt. Genauso lässt sich das Sprachverständnis auch auf eine Fremdsprache übertragen. Nachgewiesen wurde, dass bei Kindern, die bis zu einem Alter von 6 Jahren mehrsprachig aufwachsen bzw. an eine andere als die Muttersprache herangeführt werden, sich die Sprachzentren im Gehirn stärker vernetzen, wonach eine Begegnung mit einer fremden Sprache unbedingt angestrebt werden sollte.